Große Studien, die belegen, welche Therapie für welches Tumorstadium am besten geeignet ist, fehlen derzeit. Die ideale Kombination von Behandlungen ist unbekannt.
Wenn eine vorübergehende Besserung der Symptome angestrebt wird, können folgende Behandlungsmöglichkeiten genutzt werden: Chirurgie, palliative Strahlentherapie, Chemotherapie und/oder Tyrosinkinase-Hemmer (eine Art Wachstumshemmer). Die Wirksamkeit dieser Optionen ist noch nicht endgültig belegt.
Für den Primärtumor wird eine Operation unter Erhaltung der Funktion des Analsphinkters empfohlen. Eine ergänzende Strahlentherapie kann zu einer guten lokalen Kontrolle der verbleibenden Krebszellen führen.
Bei Metastasen können eine Chemotherapie mit Carboplatin oder Mitoxantron, Toceranib, Entzündungshemmer, eine metronomische Chemotherapie und/oder Bisphosphonate zur Behandlung des Kalziumüberschusses gegeben werden.
Chirurgie
Dieser Tumortyp dringt in das lokale Gewebe ein und erfordert eine weite Exzision. Die vollständige Entfernung kann aufgrund der Nähe des Schließmuskels ziemlich schwierig sein. Bis zur Hälfte des Schließmuskels kann exzidiert werden, ohne dass die Funktion beeinträchtigt wird. Wenn mehr als die Hälfte entfernt werden muss oder der Tumor beidseitig ist, kann die operative Entfernung zu einer Nervenschädigung führen. Die Folgen sind der Kontrollverlust über den Schließmuskel und damit Kotinkontinenz.
Auch die vergrößerten Lymphknoten können operativ entfernt werden, insbesondere wenn sie zu einer Obstruktion des Beckens und/oder zu einem erhöhten Kalziumspiegel im Blut führen. Wenn der Tumor nur mit engen Rändern entfernt werden kann, ist das Rezidivrisiko hoch. Dies ist auch dann der Fall, wenn die Unterscheidung zwischen gesundem und tumorösem Gewebe schwierig ist. Komplikationen treten in etwa 10 % der chirurgisch behandelten Fälle auf. Zu den häufigsten Komplikationen zählen Blutungen während der Operation, Infektionen, Inkontinenz (Kot (Inkontinenz tritt vorübergehend in 2,5 % der Fälle auf, dauerhaft in 0,8 %) oder Harn), Probleme beim Kotabsatz und die Bildung von Fisteln.
Strahlentherapie
Diese Behandlung wird empfohlen, wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden kann. Bei bis zu 38 % der Hunde kam es nach der Strahlentherapie zu einer Verringerung der Tumorgröße und bei 62 % der Hunde mit klinischen Symptomen kam es zu einer Verbesserung oder zu einem vollständigen Verschwinden der Symptome nach der Strahlentherapie.
Chemotherapie
Mit Chemotherapie (Mitoxantron, Carboplatin, Cisplatin, Actinomycin D, Melphalan) als alleinige oder als ergänzende Therapie wurden bisher keine beeindruckenden Ergebnisse erzielt, und ihre Rolle in Kombination mit anderen Behandlungen ist nicht bekannt.
Mit Toceranibphosphat (Tyrosinkinase-Hemmer) wurde eine leichte Abnahme des Tumorvolumens erzielt.
Entzündungshemmer haben bisher keine nachgewiesene Wirkung, aber ihre generelle hemmende Wirkung auf die Neubildung von Blutgefäßen und die Tumorentwicklung könnte das Tumorwachstum verlangsamen.